Neulich schrieb ich über den Ordensnachswuchs und dass mehr noch die Army momentan tausende Anwärter hat. Letzten Sonntag kam dazu beim "Weltspiegel" eine interessante Dokumentation - nachzusehen auf www.weltspiegel.de (im Postulat lernte ich diese Sendung wirklich schätzen). Ein paar Gedanken dazu: es ist schon erstaunlich, was Leute mit sich anstellen lassen nur um einen vermeintlich sicheren Job und Ausbildung zu haben. Zuerst psychologisch und körperlich nieder gemacht, damit vom alten Menschen nichts mehr übrig bleibt und man schliesslich eine opferwillige Kampfmaschine ist, gilt es letztlich das erlebte irgendwie zu kompensieren; die Selbstmordrate unter den Rückkehrern aus den Kriegsgebieten ist fast schon höher als die der Gefallenen. Es ist erstaunlich wie viel Geld in die Army fliesst, allein um Neulinge anzuwerben, und welche Mächte, das ganze am laufen halten - Terror und Krieg scheinen doch Hand in Hand zu gehen. Wie viele Milliarden könnten sinnvoller eingesetzt werden...
Es ist erstaunlich, dass viele eher diesen Weg gehen, als wirklich in ihr Herz zu hören und ihre Berufung zu erkennen.
Mir geistert der Anruf Gottes an Abraham durch den Kopf: "Geh vor mir und sei ganz" - Heilig zu werden, bedeutet "ganz werden", mit meiner Schwächen und Stärken, Talenten, meinem DaSein und SoSein zu leben - der Plan den Gott mit einem jeden von uns hat, führt letztlich dazu alles zu integrieren. Der Weg der Berufung bedeutet zwar auch ein Zurücklassen, ein Aufgeben von vielleicht lieb gewordenem, aber führt letztlich zu einer grösseren Fülle.
Es ist erstaunlich, wie paradox die Welt ist: um Sicherheit zu gewinnen, geht man ins Verderben, lässt sich niedermachen (von Offizieren oder Feinden); den Weg zur Seligkeit geht man nicht, weil er für viele zu paradox ist, mehr als Vertröstung erscheint.
Es ist erstaunlich, warum dem Frieden der Krieg vorgezogen, der Sicherheit das Chaos.