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  • wieder unter den Lebenden

    Sorry für die lange Pause, ich wollt mich Freitag schon melden, aber konnte mal wieder die Seite nicht aufrufen - weshalb auch immer. Davor war ich anderweitig nicht in der Lage. Am 06.11. bekamen diejenigen, die wollten, die Schweinegrippeimpfung, für mich ne gute Gelegenheit, grade im Ausland (und vermeintlichen Risikogebiet - naja in Deutschland scheints ja momentan schlimmer zu sein) und in regelmässigem Kontakt mit alten Leuten, die mich oder die ich anstecken könnte(n). Sonntag jedenfalls musste ich dann mit Übelkeit ins Bett und blieb dort bis Donnerstag - obschon der Arzt eine Reaktion auf die Impfung ausschloss, denke ich mal dass es davon kam. Aber es gibt wohl verschiedene Faktoren: vielleicht auch eine Folge des doch anderen Essens(-stils) - obschon unser Koch wirklich geschenkcharakter hat.

    Schliesslich wieder auf den Beinen lud mich Samstag Michael ein nach Virginia hinauszufahren um ein paar GermanStores zu besuchen. So gabs denn zum Lunch gute gebratene Weisswurst mit Senf und Sauerkraut im Brötchen (das erwartete ich nicht im geringsten als ich Weisswurst bestellte), Bretzln und Leberkäs - uns beiden fiel aber auf, wie satt das deutsche Zeug macht....
    Am Abend war in Sacred Heart ein Doppeljubiläum: 25 Jahre Kapuzinerpräsenz und 25 Jahre Bischofsweihe von Kardinal Sean. Die Pfarrei ist sehr bunt und dementsprechend war auch die Liturgie: fünf verschiedene Sprachgruppen wirkten mit ihren Elementen und Texten mit. 17:30 sollte es los gehen, um 17:50 waren wir schliesslich in die Kirche eingezogen, 15 Minuten dauerte die 3 sprachige Einführung. Das krasseste aber war die 20 Minuten lange Gabenbereitung: Nach dem ersten Lied, konnten die Haitianer tanzend (2 Schritte vor, einer zurück - beginnend ganz hinten) die Gaben bringen. Um 20 Uhr war schliesslich die Messe zu Ende und zusammen mit Matt schaute ich, dass ich zurück ins Kloster komme. Wir hatten schliesslich noch was vor: nämlich kochen - was? Kässpätzle natürlich und ein gutes Paulaner. Schliesslich kamen noch einige Brüder hinzu und die deutsche Ware verschwand dann doch ziemlich schnell.

  • erstaunlich...

    Neulich schrieb ich über den Ordensnachswuchs und dass mehr noch die Army momentan tausende Anwärter hat. Letzten Sonntag kam dazu beim "Weltspiegel" eine interessante Dokumentation - nachzusehen auf www.weltspiegel.de (im Postulat lernte ich diese Sendung wirklich schätzen). Ein paar Gedanken dazu: es ist schon erstaunlich, was Leute mit sich anstellen lassen nur um einen vermeintlich sicheren Job und Ausbildung zu haben. Zuerst psychologisch und körperlich nieder gemacht, damit vom alten Menschen nichts mehr übrig bleibt und man schliesslich eine opferwillige Kampfmaschine ist, gilt es letztlich das erlebte irgendwie zu kompensieren; die Selbstmordrate unter den Rückkehrern aus den Kriegsgebieten ist fast schon höher als die der Gefallenen. Es ist erstaunlich wie viel Geld in die Army fliesst, allein um Neulinge anzuwerben, und welche Mächte, das ganze am laufen halten - Terror und Krieg scheinen doch Hand in Hand zu gehen. Wie viele Milliarden könnten sinnvoller eingesetzt werden...
    Es ist erstaunlich, dass viele eher diesen Weg gehen, als wirklich in ihr Herz zu hören und ihre Berufung zu erkennen.
    Mir geistert der Anruf Gottes an Abraham durch den Kopf: "Geh vor mir und sei ganz" - Heilig zu werden, bedeutet "ganz werden", mit meiner Schwächen und Stärken, Talenten, meinem DaSein und SoSein zu leben - der Plan den Gott mit einem jeden von uns hat, führt letztlich dazu alles zu integrieren. Der Weg der Berufung bedeutet zwar auch ein Zurücklassen, ein Aufgeben von vielleicht lieb gewordenem, aber führt letztlich zu einer grösseren Fülle.
    Es ist erstaunlich, wie paradox die Welt ist: um Sicherheit zu gewinnen, geht man ins Verderben, lässt sich niedermachen (von Offizieren oder Feinden); den Weg zur Seligkeit geht man nicht, weil er für viele zu paradox ist, mehr als Vertröstung erscheint.
    Es ist erstaunlich, warum dem Frieden der Krieg vorgezogen, der Sicherheit das Chaos.

  • H-ALL-(hall)OW(s)-EV(e)-N

    Die letzten Tage standen im Zeichen von Halloween. Im Altenheim kamen Dienstag schon Kinder in Kostümen, um bei den Senioren zu sammeln und unsere Rekreationsraum wurde von unserem Senior mit Deko zugepflastert. Halloween ist schlichtweg hier so stark inkulturiert und im Grunde nicht sehr verschieden von unserem Fasching: Kostüme, geschmückte Räume, Parties, freilich mit einem mehr grusligerem Gepräge.
    Dekorationskommando (Joe und Al)GruselkapuzinerDominikanerchorverkleidete Plüschtiere mit Kapuziner
    Jedoch reagieren die religiösen Gemeinschaften mit einem sehr guten Gegenprogramm. Gestern abend gingen also Juan, Patrick, Michael, Richard und ich zu den Dominikanern, die zu einer Vigil eingeladen hatten. Und wirklich: seit 11 Jahren scheint sich dies so gut rumgesprochen zu haben, dass ihr Chor (mit Platz vielleicht für 300 Leuten) gesteckt voll war. Musikalisch und inhaltlich echt ein Genuss (obschon ich mich dann doch bei kapuzinern mehr zu Hause fühle...): vier lange Lesungen, Te Deum, Komplet und Allerheiligenlitanei mit Lichterprozession. Den Brauch an Allerheiligen auf die Gräber zu gehen, scheint es hier allerdings nicht zu geben.
    Es ist ein sehr schöner Brauch - der mir hier irgendwie fehlt, und ich glaube gerade an Allerheiligen nicht verkehrt. Ein Heiliger, ist ein Heiliger, wenn er für die Kirche Bedeutung bekommt - durch ein Wunder, durch grossen Vorbildcharakter. Zu einem ersten Schritt gehört die Anerkennung des heroischen Tugendgrades. Ein Held sein - aber nicht für sich selbst. Die Heiligen weisen auf etwas grösseres hin, weisen darauf hin, dass ein Leben aus und in Gott zur Erfüllung führt, und lehren uns dabei, was es dazu braucht: eine lebendige Beziehung zu Gott im Gebet, im Leben aus den Sakramenten, und im Dienst an den Menschen. Die Heiligen werden nicht um ihrer selbst willen verehrt, sondern um das was Gott uns durch sie geschenkt hat - und ihre Tugend ist letztlich auch Geschenk von Gott - wiederum nicht für sie selbst, sondern, um zu einer Leuchte zu werden, zu einer Stadt auf dem Berg.
    Darum passt es auch, dass wir an Allerheiligen auf die Gräber gehen und unserer Toten gedenken - weil sie für uns soviel bedeutet haben und noch immer bedeuten, weil wir durch sie Gott erfahren durften (offen oder verborgen). Wir dürfen für Sie beten und sie beten für uns - für mich ein starkes Bild der Verbundenheit über den Tod hinaus.

    "AUFERSTEHEN IST UNSERE GLAUBE, WIEDERSEHEN IST UNSERE HOFFNUNG, GEDENKEN UNSERE LIEBE"

  • komm isch getz im fernsehn?

    Gestern durften Richard und ich für die Little Sisters bzw. für die Dankmesse anlässlich der Kanonisation Jeanne Jugans im NationalShrine ministrieren. Da das ein Event war wurde es Live übertragen und steht nun auch im Internet. Somit könnt ihr mal diese wirklich grosse Kirche und amerikanische Liturgie in ihrer Perfektion (für mich als Kapuziner ist es dann doch zu pompös) erleben.
    http://www.catholictv.com/shows/default.aspx?seriesID=111&videoID=75

  • Schokoriegelgesetz

    Gestern wurden bei Euch die Uhren umgestellt, bei uns nicht, somit trennen uns also nur 5 Stunden zumindest für eine Woche. Klingt komisch, ist aber so. Es gibt dafür allerdings eine Erklärung, denn für die Süsswarenproduktion bedeutet es wohl einen immensen Unterschied ob die Kiddies an Halloween länger raus dürfen oder nicht, eben weil es länger hell bleibt (oder nicht). Somit stellen die USA ihre Uhren gemäss des (nennen wir es einfach mal so) "Schokoriegelgesetzes" erst eine Woche später um.
    Euch nen schönen Sonntag!

  • mal indisch

    Unser Bruder Steve, Inder, hat Freunde die ein Restaurant betreiben und die die Brüder in Ausbildung einmal im Jahr einladen, ausserdem war Vorabend des Geburtstages unseres Guardians, somit also Grund genug ordentlich zu feiern, eben auf indisch. Aber keine Sorge es gab nicht wie bei Indiana Jones Affenhirn, das Foto beweist hoffentlich das Gegenteil:
    Hauptspeise
    Grund genug aber auch den Brüdern eine Tradition nahezulegen: das NoHayaLita. Für nicht Insider, NoHayaLita bedeutet soviel wie ad multos annos - auf viele Jahre, und ist irgendwie aus dem orthodoxen Raum in die westfälische Provinz gelangt und nun eben nach Amerika.

    Hier in den USA ist es üblich, über den Priester- und Ordensnachwuchs zu informieren, den Gläubigen konkrete Gesichter zu geben, um für sie zu beten. In der Provinz St. Augustin sind momentan 45 Brüder in Ausbildung (obschon es vor Postulat noch das Borromäum, das mit Studium verbunden ist, oder die Casa Padre Pio gibt). friars in formation
    Neulich berichtete die Tagesschau, dass es in der US Army momentan nicht an Rekruten fehle, nicht etwa weil alle in den Krieg ziehen wollen, sondern weil sie Sicherheit suchen. Es scheint aber meiner Meinung nach nicht nur die Weltwirtschaftskrise zu sein, die die Menschen neu nach Halt suchen lässt.

  • Pittsburgh, Orgeln, Kochen und Studium

    Am Freitag war die Feier für die Jubilare in Pittsburgh, nachdem drei unserer Brüder im Haus feierten, war es also ein schönes Geschenk für diese Brüder, den Weg auf uns zu nehmen und mit ihnen zu feiern. Da die meisten jungen Brüder aber momentan im Midtermstress sind, waren wir bloss zu dritt (+ein Gast).
    # Ein Mörderunternehmen: 5 Stunden hin, Messe, Dinner, 5 Stunden zurück. Die Zeit verging aber recht schnell, wir hatten Laptop und DVDs dabei und das Gebet darf bei einer Fahrt auch nicht unterbleiben. In Pittsburgh dann Nebel und Nieselregen - schön, wie in Münster...; und ein herzliches Wiedersehen mit Postulanten, Novizen, Provinzial und den 12 Jubilaren.
    # 70x "enjoy?": Br. Paul hat seit einigen Wochen die lustige Angewohnheit mir ständig "enjoy?" zu zurufen, bei dem Gedanken einen ganzen Tag mit ihm im Auto zu verbringen half also nur eines: zählen. Jim, der das ganze dann mitbekommen hat, als ich jedes mal, wenn er mir zurief eine Zahl mehr sagte, kriegte sich kaum mehr ein und schliesslich gratulierte ich ihm dann recht herzlich zum 50., woraufhin dann die restlichen 20 enjoys folgten. Vielleicht versucht sich Paul nun deshalb in den nächsten 24 Stunden mit Synonymen, ich schlug vor, er könnte auch das Gegenteil versuchen: hey phil, despaired? depressed? - wenn er verliert und das wird er, gibts ein German Bierchen für mich.

    Samstag war recht ruhig, wiedermal lesen.
    # Mir fällt auf dass ich in der Zwischenzeit effektiver arbeite - gerade auch was das Paper angeht; dieses Studiensystem hat schon was: man vertieft sich wirklich intensiv in die Inhalte der Vorlesungen, auf der anderen Seite arbeitet man sich zu Tode - mir tun meine Mitbrüder echt leid (ich hab ja nur 2 Paper und eine Prüfung; diese aber mindestens das dreifache) - gerade in den letzten Tagen vor den Prüfungen merkte man schon recht deutlich die Anspannung.
    # Am Vormittag hatte ich eine Orgelaushilfe - ein paar Worte dazu: Mittlerweile bin ich fast jeden Tag in unserem Haus im Einsatz, nachdem das Repertoire im Haus nicht so gross ist, aber weniger ein Problem. 2x die Woche spiele ich im Altenheim, nun also ein weiterer Einsatz. Die Instrumente sind mitunter ne Katastrophe (entweder digitaler Schrott oder wie in unserem Haus ne alte pneutmatische - wo eben die Luft überall rauskommt nur nicht an den Pfeifen) und mitunter passierts, dass ich, wenn ich Lieder auszusuchen habe, völlig daneben tappe; aber gut. Jedenfalls bekam ich gestern einen Scheck (ausgestellt fürs Haus, ich darf ja nix einnehmen): 120$ für zwei Gottesdienste, das is doch mal ein Stundenlohn...
    # Eigentlich wollte ich abends noch was arbeiten, doch da kamen die Brüder mit ner Einladung ins Kino ganz gelegen. Filmbeginn 20:25 Uhr, wir starteten kurz nach acht am Haus, und kamen schliesslich - wie es kann es anders sein - um 20:30 Uhr im Kino an und stellen fest: die Schlange vor der Kasse ist so lange, dass wir 20 min. verpassen würden, also wieder zurück in die Gemeinschaft. Ich weiss schon warum ich auf Pünktlichkeit bedacht bin...

    Sonntag war mit Dan Kochen angesagt. Ich versuchte mich wiedermal an einem Hefezopf - diesmal mit Speck und Zwiebeln und den richtigen Mengenverhältnissen - geht doch. Nach dem Frühstück also Hefeteig machen, während dieser aufging, die Messe georgelt, danach in die Küche bis zwei Uhr vorbereiten und von vier Uhr an alles fertig machen bis um sechs Uhr die Brüder zum Essen kommen; alles in allem ein recht entspanntes, gemütliches kochen. Immerhin bin ich in den zwei Stunden Pause zu nem Mittagsschlaf und ner deutschen Vesper gekommen.
    Soweit, wiedermal ein volles Wochenende - Gott sei Dank ist es nicht immer so - naja, wers glaubt....

  • Rocky, (Cock-)Roachy und der Hirsch

    Darf ich vorstellen: Rocky unser EichhörnchenRocky Raubtierfütterung
    Rocky lebt im kleinen Wald unterhalb des Klosters, quäkt ab und zu lauthals vor meinem Fenster und wie auf den Fotos zu sehen erhält er seinen Wintervorrat auch von uns: Entweder verbuddelt er die Ware oder er konsumiert sie sofort, jedenfalls echt goldig. Eigentlich wollten wir ihn Larry nennen, aber nachdem unser Koch so heisst, fanden wir Rocky doch besser.
    Im Wald gibts auch Fuchs, Waschbär und sogar einen Hirsch, die von uns mit Überresten versorgt werden. Das gute dabei ist, dass diese nicht mit uns am Tisch essen, was man von anderen Tieren nicht behaupten kann: ich muss schon sehr gegen den Brechreiz kämpfen wenn mir beim Frühstück eine Kakerlake begegnet - und die hats in diesen alten Gemäuern en mass. Is dann aber schon irgendwie lustig, wenn alle am Tisch plötzlich zurück rutschen, den Boden beobachten, sich den Habit ausschütteln...

    passendes Video:
    http://www.youtube.com/watch?v=Nk97Oil2qnc&feature=related

    Vielleicht kennt ihr aus amerikanischen Fernsehserien das Zirpen im Hintergrund. Inzwischen durfte ich das ganze Live erleben, es scheint hierzulande abertausende Grillen zu geben, die Tag und Nacht einen ungeheuren Lärm machen, aber mittlerweile ists denen wohl auch zu kalt geworden.
    (apropos: 5 100W-Glühbirnen im Zimmer sind schon ne halbe Heizung - ich schlafe jetzt bei Festbeleuchtung..... - just kidding. Inzwischen hab ich einen kleinen elektrischen Ofen bekommen, der mein Zimmer etwas warm hält; das dumme ist nur, dass ich die wenigste Zeit im Zimmer bin....)

  • es wird kalt

    Mittlerweile zieht auch in Washington der Herbst ein, wir haben noch schönes Wetter - was sich aber ändern soll, aber es wird schon zunehmend kühler, weshalb ich gestern erst mal Teppiche für den kalten Fussboden bekommen habe und beim Studieren unter der Decke merken musste, dass dieses Polyesterzeug nich wirklich warm macht. Im Kloster ist es immer eine Machtfrage wann die Heizung angestellt wird, während die ersten schon am Erfrieren sind (und dicke Jacken über dem Habit tragen - im Haus), laufen die anderen noch mit kurzen Hosen und Barfuss durch die Gegend, und je nachdem zu welcher Gruppe die Verantwortlichen für die Heizung gehören, gibts eben früher oder später geheizte Räume. Meine Erfahrung bisher war aber trotz allem, dass selbst wenn die Zellen geheizt sind, die Gänge es doch meistens nicht sind und ich glaube hier wirds nicht anders werden. Ausserdem wurde mir schon angekündigt, dass der Heizkörper nur zwei Einstellungen kennt: Aus oder Sauna. Ich bevorzuge dann aber eher letzteres.

    Am Samstag war Recollectionstag, fra Antonio aus San Giovanni Rotondo, gab uns Impulse mit und über Padre Pio. Am Abend gings dann mit Richard in den besagten Film, doch zuvor in den Brickskeller - eine Bar mit über 300 Biersorten: sogar das gute Pinkus aus Münster war im Angebot.
    Sonntag Nacht wurde in Rom Jeanne Jugan, die Gründerin der Little Sister of the Poor heiliggesprochen - eine interessante Frau, die zusammen mit Gefährtinnen im 18. Jhd. alte Frauen und Männer aus ihren Verhältnissen holt, für sie betteln geht und sie adoptiert als ihre Mütter und Väter. Grund also im Altenheim gegenüber zu feiern.
    Gestern war Columbusday, was schulfrei bedeutete, und für mich die Gelegenheit, den ganzen Tag zu studieren...

  • eternal life

    Der junge Mann im Evangelium heute frägt was er tun muss um das ewige Leben zu erhalten. Doch ist das heute noch eine Frage die uns umtreibt?
    Gestern war ich mit Richard im Kino "Invention of Lying" - der Trailer war ganz interessant - doch der Film entpuppte sich als pure Atheismus-Botschaft. Eine Welt in der die Wahrheit herrscht - kalt und langweilig. Ein Mann der es schafft zu lügen und damit die Welt wärmer macht und durch eine Lüge seine sterbende Mutter Frieden schenkt - nämlich ewiges Leben. Dumm nur dass er dafür auch Gott, die Theodizee, Himmel und Hölle erfinden muss.
    Religion also Jenseitsvertröstung, Gott erfunden?
    Ich fragte mich während des Films und danach was man darauf antworten soll. Zum einen ist Glaube, ein Überzeugtsein von Dingen die man nicht sieht. Hoffnung in etwas setzen, wovon man höchsten eine Ahnung aber keinen Beweis hat. Glaube bleibt Vertrauen und doch ist das Zeugnis der Offenbarung, der Heiligen, und schliesslich meine eigene Spurensuche, eine Basis auf der man stehen kann. Die Ursehnsucht des Menschen geht über ihn hinaus, der göttliche Funke ist nicht auszulöschen, sondern treibt den Menschen, wenn er auch oft dabei die Sehnsucht anderweitig stillen sucht.
    Der Glaube ist immer angefochten aber ich denke die Lesungen des Tages geben uns einen Leitfaden. Was muss ich tun? Gib alles weg - und ein Mitbruder drückte es neulich so aus: ich muss auch meine Flucht in die Bequemlichkeit verschenken - eben dass Du merkst und kapierst, dass Gott da ist, handelt, wenn Du nicht mehr handeln kannst, dass Du - wie es eine andere Freundin sagte: nicht tiefer fallen kannst, als in seine liebende Hände.

    Was sonst los war, erfahrt ihr im nächsten Blog....

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